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POCO F9 Ultra: Spieletempo, Wärme und der umstrittene Bose-Klang

Dauerlast, hohe Bildwiederholraten und der zusätzliche Subwoofer fallen je nach Test unterschiedlich aus. Fünf eigene Tests zeigen, welche Messwerte und Eindrücke sich vergleichen lassen.

Veröffentlicht am 5. November 2026

Kurze Benchmarks zeigen reichlich Leistung

Das POCO F9 Ultra startet anspruchsvolle Spiele flott und reagiert auch beim Wechsel zwischen Apps schnell. GameStar beschreibt etwa »Where Winds Meet« auf hoher Grafikstufe als flüssig. Netzwelt sieht für gewöhnliche Aufgaben wie Surfen oder Videos ebenfalls mehr als genug Leistung.

Auch die kurzen CPU-Benchmarks liegen nahe beieinander. GameStar nennt in Geekbench 6 einen Single-Core-Wert von 3.458 Punkten und 10.781 Punkte im Multi-Core-Test. Netzwelt kommt auf 3.461 beziehungsweise 10.706 Punkte. Diese Ergebnisse beschreiben denselben Benchmark-Typ; daraus lässt sich trotzdem keine verbindliche Rangfolge für jede Spielsituation ableiten. Die Redaktionen dokumentieren hier keine gemeinsame Messreihe mit identischen Geräteeinstellungen.

Für den Spielealltag kommt eine weitere Frage hinzu: Wie viel von der anfänglichen Leistung bleibt nach längerer Belastung erhalten? Einen solchen Verlauf muss ein längerer Test zeigen. Die hohen Einzelwerte beantworten ihn noch nicht.

Dauerlast verändert das Bild

BGR liefert dafür einen konkreten Verlauf aus 3DMark Wild Life Extreme. Das Testgerät erreichte zunächst 7.439 Punkte und lag im letzten Durchlauf bei 5.274 Punkten. Die Redaktion gibt die verbleibende Leistung mit 70,9 Prozent des Spitzenwerts an. Das ist ein Ergebnis dieses Grafik-Stresstests, keine Zusage für die Bildrate eines bestimmten Spiels.

Währenddessen stieg die Chiptemperatur nach BGRs Angabe auf 54 Grad Celsius. Die Messgröße ist wichtig: Der Bericht beschreibt damit die Temperatur des Chips. Sie darf nicht als Temperatur der Rückseite ausgegeben werden. Ebenso wenig lässt sich aus dieser Belastung ableiten, dass das Telefon bei jeder gewöhnlichen Spielrunde gleich heiß wird. BGR unterscheidet ausdrücklich zwischen dem Stresstest und normalem Spielen.

Gadget Pilipinas beobachtet unter maximaler Spielelast ebenfalls starke Erwärmung. Dort stehen ungefähr 70 Grad Celsius aus einer internen Überwachung. Das ist ein anderer Testaufbau und kein direkt vergleichbarer Gehäusewert. Die Redaktion beschreibt externe Kühlung und Leistungsprofile als erprobte Gegenmaßnahmen; ihre Wirkung ist damit nicht für jedes Spiel und jede Umgebung nachgewiesen.

Netzwelt bemerkt unter hoher Last eine spürbare Erwärmung. CHIP bewertet die Hitzeentwicklung dagegen als beherrscht. Diese unterschiedlichen Beobachtungen stammen aus verschiedenen Belastungen. Eine einheitliche Temperaturnote lässt sich daraus nicht berechnen.

Hohe Hertz-Zahlen brauchen passende Spiele

Bei den beworbenen 185 Hertz lohnt dieselbe Trennung zwischen möglicher Ausstattung und konkreter Nutzung. BGR ordnet die höchste Bildwiederholrate einer Auswahl unterstützter Spiele zu. Für andere Titel gelten niedrigere Grenzen. CHIP beschreibt ebenfalls, dass die höchste Stufe nur speziellen Anwendungen vorbehalten bleibt und die übrige Bedienung auch bei 120 Hertz flüssig wirkt.

Die Bildschirmfrequenz sagt dabei noch nicht, wie viele neue Bilder ein Spiel tatsächlich berechnet. GameStars Beobachtung eines flüssigen Spiels auf hoher Grafikstufe beschreibt einen qualitativen Eindruck. Eine dauerhaft gemessene Bildrate lässt sich daraus nicht ableiten. Die Beobachtung bleibt nützlich, ohne sie nachträglich in einen bestimmten FPS-Wert umzuwandeln.

Einen zusätzlichen Einsatz nennt Gadget Pilipinas: Einige PC-Spiele liefen über GameNative gut. Zugleich schränkt der Tester die Kompatibilität ausdrücklich ein. Der Versuch belegt deshalb keine allgemeine Unterstützung einer vorhandenen PC-Spielesammlung. BGR beschreibt auch bei den zusätzlichen Grafikfunktionen eine Abhängigkeit vom jeweiligen Spiel und Softwarestand. Für einen bestimmten Titel sind dessen Unterstützung und tatsächliches Verhalten aussagekräftiger als die größte Zahl auf dem Datenblatt.

Beim Bose-Klang gehen die Urteile auseinander

Für Spiele und Videos ist auch der eingebaute Lautsprecher relevant. Hier fällt der Vergleich besonders unterschiedlich aus. BGR hört einen volleren, bei höherer Lautstärke ausgewogeneren Klang mit mehr Gewicht im Bass. Gadget Pilipinas hebt den kräftigen Klang ebenfalls hervor. Netzwelt beschreibt das Telefon als satter und kräftiger als gewöhnliche Handylautsprecher.

CHIP hört im eigenen Test dagegen keinen wesentlichen Mehrwert durch die Bose-Zusammenarbeit und den zusätzlichen Subwoofer. Das ist eine ausdrücklich andere Höreinschätzung. Sie lässt sich weder durch das Markenlogo noch durch die Zahl der Lautsprecher auflösen. Die Berichte enthalten dafür keine gemeinsame Hörprüfung bei abgeglichener Lautstärke und identischem Material.

Die Grenzen benennen mehrere Tester ähnlich. GameStar hört zwar einen merklich volleren Klang, sieht aber wegen des fehlenden Resonanzraums weiterhin Abstand zu einem kleinen Bluetooth-Lautsprecher. Auch BGR erwartet keinen Ersatz für gute Kopfhörer oder einen separaten Lautsprecher. Das F9 Ultra kann damit beim Spielen ohne Zubehör angenehm klingen; wie groß der Vorteil gegenüber einem anderen Telefon ausfällt, beurteilen die Redaktionen unterschiedlich. Eine pauschale Empfehlung allein wegen Bose trägt dieser Vergleich nicht.

Die Oberfläche gehört zum Spielerlebnis

Das schnelle Rechenwerk macht die Software nicht automatisch angenehm. GameStar kritisiert die vielen vorinstallierten Anwendungen und Spiele, die zunächst aufgeräumt werden müssen. CHIP stört sich an Werbung in Xiaomis Browser und App-Store und beschreibt, dass sie im Test manuell deaktiviert wurde. Diese Beobachtungen betreffen die damals getesteten Fassungen; daraus folgt keine Aussage über jede heutige regionale Installation.

BGR findet die Oberfläche funktionsreich, zugleich stellenweise überladen und gewöhnungsbedürftig. Netzwelt berichtet dagegen von einer problemlosen Einrichtung und verständlicher Bedienung. Beides kann nebeneinanderstehen: Eine vertraute Bedienlogik beseitigt nicht die Kritik an zusätzlichen Apps oder Werbung. Für die tägliche Nutzung gehören diese Eindrücke neben Spieletempo, Wärme und Klang zum Gesamtbild. Aus einem schnellen Benchmark allein entsteht noch keine Aussage darüber, wie aufgeräumt sich das Telefon nach dem Einschalten anfühlt.

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