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Xiaomis eigener Chip: 62 Prozent weniger Leistung nach einer halben Stunde

Xiaomis eigener Prozessor steht im 18 Fold zum ersten Mal in einem Faltgerät. Im einzigen vorliegenden Dauerlasttest verliert er mehr Leistung als die beiden Vergleichsgeräte aus demselben Test.

Xiaomis eigener Chip: 62 Prozent weniger Leistung nach einer halben Stunde – Produktbild
Bild: www.smartzone.de

Veröffentlicht am 13. Oktober 2026

Xiaomi baut seit zwei Generationen eigene Prozessoren, und der Xring O3 im 18 Fold ist der
erste, der in einem Faltgerät steckt. Die Ansagen dazu sind groß. Die eine Messung, die es
unter Dauerlast gibt, fällt deutlich kleiner aus.

Nach sieben Minuten bricht es ein

Smartzone hat den Chip durch einen
Dauerlasttest geschickt: „Im 30-minütigen CPU-Stresstest bricht die Leistung nach etwa sieben
Minuten ein, am Ende verliert der O3 62%.“ Das ist keine Kleinigkeit, aber es ist auch kein
Einzelfall – Xiaomi hat denselben Test an zwei Vergleichsgeräten laufen lassen, und
Smartzone nennt die Zahlen: „Das Xiaomi 17 verliert unter Dauerlast 40 bis 50%, das Find X9
Pro rund 50%.“

Der Unterschied liegt also nicht zwischen drosselt und drosselt nicht, sondern im Ausmaß.
Smartzone schreibt es selbst dazu: „Thermal Throttling betrifft also alle drei, beim O3 im
flachen Foldable-Gehäuse greift es aber am stärksten.“ Das ist die plausibelste Erklärung,
die das Material hergibt: Ein aufgeklapptes Faltgerät ist ein dünnes Gehäuse mit wenig Masse,
die Wärme aufnehmen könnte. Was im Xiaomi 17 noch Platz zum Verteilen hat, sitzt hier
zwischen zwei Displayhälften.

Für den Alltag heißt das nicht, dass das Gerät langsam wäre. Es heißt, dass die
Spitzenleistung ein Anfangswert ist. Wer eine halbe Stunde am Stück spielt oder ein längeres
Video exportiert, arbeitet in der zweiten Hälfte mit gut einem Drittel der Leistung, mit der
er angefangen hat.

Woran sich das messen lassen muss

Die Erwartung, gegen die diese Messung steht, ist nicht klein.
Notebookcheck
gibt wieder, der Chip sei getestet worden mit „better performance than the Snapdragon 8 Elite
Gen 5, while being more efficient“. Mactechnews
nennt die Herstellerangaben zur Vorgängergeneration: „Der im 3-Nanometer-Verfahren gefertigte
Chip… soll er rund 60 Prozent performanter sein und gleichzeitig 25 Prozent weniger Energie
verbrauchen.“

Beides sind Angaben über den Chip, nicht über das Gerät mit dem Chip darin. Genau da setzt
der Stresstest an: Effizienz auf dem Papier und Effizienz in einem aufgeklappten
Faltgehäuse sind zwei verschiedene Dinge, und nur eines davon kauft man.

Ein zweiter Außenblick kommt von Memeburn,
das 18 Fold und iPhone Duo nebeneinanderstellt. In der Tabelle steht beim Geekbench 6 im
Einzelkern „4,731 | 3,636“ – 4.731 für das iPhone Duo, 3.636 für das Xiaomi. Das ist ein
Kurzlauf, kein Dauerlasttest, und er misst eine andere Eigenschaft als der Stresstest. Aber
er zeigt, dass der O3 auch im besten Moment nicht die Spitze der Liste ist.

Das Gehäuse, das den Chip bremst, ist das Argument des Geräts

Der Widerspruch ist eingebaut. Dasselbe flache Gehäuse, das die Wärme nicht loswird, ist der
Grund, warum man dieses Gerät überhaupt kauft. Android Authority
hat es in der Hand gehabt: „The outer display measures 5.38 inches, while the internal screen
measures 7.58 inches“ – außen gut fünf, innen gut siebeneinhalb Zoll, und damit ein breiteres,
weniger hohes Format als bei den bisherigen Faltgeräten im Buchformat. Beide Panels arbeiten laut
Appgefahren
„mit 120 Hz und LTPO-Technik“ und sollen „eine Spitzenhelligkeit von bis zu 4.000 Nits
erreichen“.

Beim Scharnier und beim Rahmen hat Xiaomi nachgelegt: Notebookcheck nennt „1.2-meter drop
resistance, thanks to a new dragon-bone hinge, … Glass 3.0, and a 7-series aluminum alloy
frame“. Ein 7er-Aluminium leitet Wärme ordentlich – nur hilft das wenig, wenn die Fläche
fehlt, über die sie abgegeben wird.

Der Akku ist für ein Faltgerät groß. Techtimes
schreibt, das Gerät „packs a 6,000mAh battery“; Appgefahren nennt dazu das Tempo: „Geladen
wird mit bis zu 67 Watt per Kabel oder 50 Watt kabellos“. Dass ein Chip, der unter Last stark zurückgeht, dabei auch
weniger zieht, ist kein Trost, sondern dieselbe Beobachtung von der anderen Seite.

Beim Preis sind sich die Berichte nicht einig

Für die Grundausstattung stimmen die Angaben überein. Appgefahren nennt „10.999 Yuan (ca.
1.410 Euro) für 12 GB RAM und 256 GB Speicher“, Mactechnews schreibt von „knapp 11.000
Renminbi Yuan auf den Markt, umgerechnet gut 1.400 Euro“.

Beim Spitzenmodell gehen die beiden auseinander. Appgefahren: „16 GB RAM und 1 TB Speicher
kostet 14.999 Yuan (ca. 1.922 Euro).“ Mactechnews: „In der Top-Ausstattung… kostet das
Smartphone rund 16.000 Renminbi Yuan, das entspricht in etwa 2.050 Euro.“ Das sind rund
tausend Yuan Unterschied für dieselbe Stufe. Welche Zahl stimmt, lässt sich aus den
vorliegenden Berichten nicht entscheiden – wer mit dem Gedanken an einen Import spielt,
sollte den chinesischen Listenpreis selbst nachsehen, statt sich auf die Umrechnung zu
verlassen.

Denn Import ist vorerst der einzige Weg. Das 18 Fold wurde im September 2026 vorgestellt, die
Preise stehen in Yuan, und keiner der ausgewerteten Berichte nennt einen Marktstart in
Europa. Als Betriebssystem läuft nach Appgefahren und Techtimes „HyperOS 4“, bei Techtimes mit
dem Zusatz „layered over Android 17“.

Was das Gerät zu dem macht, was es ist

Das 18 Fold ist ein Faltgerät, das sein Format ernst nimmt: breit statt hoch, hell, mit einem
Akku, den man in dieser Bauform selten sieht. Sein Prozessor ist Xiaomis Versuch, bei den
eigenen Chips eine Stufe weiterzugehen, und Smartzone ordnet genau das nüchtern ein: „Xiaomi
überstürzt nichts und testet den eigenen Chip erst in einzelnen Geräten.“

Das 18 Fold ist dieses einzelne Gerät. Es trägt einen Chip, der im Kurzlauf gut dasteht und
unter einer halben Stunde Volllast weiter zurückfällt als die beiden Vergleichsgeräte aus
demselben Test. Für die meisten Anwendungen spielt das keine Rolle. Für die, bei denen es
eine Rolle spielt, ist es die wichtigste Zahl des ganzen Datenblatts.

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