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POCO X8 Power: Die Ladetests liegen weit auseinander

Beim POCO X8 Power reichen die veröffentlichten Ladezeiten von weniger als einer Stunde bis über zwei Stunden. Weitere Praxistests zeigen außerdem, warum ein gleichmäßiger Grafiktest noch keine dauerhaft flüssige Spielrunde garantiert.

POCO X8 Power: Die Ladetests liegen weit auseinander – Produktbild
Bild: www.menow.fr

Veröffentlicht am 25. Oktober 2026

Vier Ladezeiten für dasselbe Smartphone

Das POCO X8 Power ist seit September in Indien auf dem Markt. Nach unserer ersten Einordnung liegen weitere Praxiserfahrungen vor, darunter die im Oktober veröffentlichten Tests von Mint und India TV. Sie ergänzen das Bild um eine Frage, die die große Akkukapazität allein nicht beantwortet: Wie lange bleibt das Telefon tatsächlich am Ladegerät?

The Week nennt mit dem mitgelieferten Netzteil etwas mehr als zwei Stunden. Mint beschreibt dagegen eine vollständige Ladung in ungefähr 30 bis 50 Minuten. Dazwischen liegen die rund 50 bis 55 Minuten aus dem Test von MensXP, ebenfalls mit dem beigelegten Ladegerät.

India TV dokumentiert einen anderen Ausgangspunkt: von einem Fünftel der Ladung bis zum vollen Akku in etwa einer Stunde. Dieser Durchgang beginnt mit Restladung und lässt sich deshalb nicht einfach neben eine vollständige Ladung stellen. Auch die Angabe von 100 Watt am Netzteil macht aus den vier Zeitangaben keinen gemeinsamen Messaufbau. Einen bestimmten Lademodus als Ursache der Unterschiede zu benennen, wäre Spekulation.

Für das X8 Power lässt sich daraus keine verlässliche Bestzeit ableiten. Insbesondere die kürzeste Angabe bleibt eine Beobachtung dieser Redaktion unter ihren Bedingungen. Wer sie als zugesicherte Ladezeit übernimmt, würde den deutlichen Abstand zum längsten Durchgang unterschlagen.

Ein Arbeitstag ist kein Akkubenchmark

Bei der Entladung ergänzt Mint einen konkreten Messwert: Im PCMark-Akkutest lief das Gerät 26 Stunden und 44 Minuten. Im normalen Arbeitstag blieben der Testerin ungefähr 40 bis 45 Prozent Restladung. Diese Angaben beschreiben unterschiedliche Nutzungen. Die Benchmarkdauer steht für den dort ausgeführten Ablauf; die Restladung gehört zu ihrem persönlichen Arbeitstag.

The Week kam mit einer Ladung auf fast zwei Tage. India TV berichtet ebenfalls von langer Ausdauer und beobachtete bei einer Stunde YouTube einen Verbrauch von ungefähr drei Prozent. Das ergänzt den synthetischen Durchlauf um ein begrenztes Alltagsszenario. Aus diesem einzelnen Streamingversuch eine gesamte Videolaufzeit hochzurechnen, würde jedoch voraussetzen, dass das Gerät über den ganzen Akku hinweg gleich viel verbraucht.

Damit wird das Bild präziser als eine pauschale Tagesangabe: Das X8 Power kann lange vom Netz bleiben, doch die Messung am Stück und die verteilte Nutzung beantworten verschiedene Fragen. Für einen Arbeitstag mit wechselnden Apps ist die Restladung ein anderer Anhaltspunkt als für eine ununterbrochene Belastung. Keine dieser Beobachtungen verspricht jedem Nutzer dieselbe Laufzeit.

Gleichmäßige Grafikleistung hat eine Grenze

Auch bei Spielen lohnt sich der Blick auf den Ablauf statt auf einen einzelnen Wert. MensXP ermittelte im 3DMark Wild Life Extreme Stress Test eine Stabilität von 99,1 Prozent. Die Prozentangabe beschreibt den geringen Unterschied zwischen der besten und der schwächsten Runde. Eine Aussage über besonders hohe absolute Grafikleistung ist damit nicht verbunden. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem erreichten Tempo und der Frage, wie gleichmäßig das Gerät dieses Tempo im jeweiligen Ablauf halten kann.

The Hindu ermittelte außerdem 920 Punkte im Geekbench-Einzelkerntest und 2.866 Punkte bei mehreren Kernen. Diese Ergebnisse gehören zu den dortigen Benchmarkdurchläufen. Sie sind zusätzliche Messwerte zur Rechenleistung und beschreiben eine andere Eigenschaft als die prozentuale Stabilität im Grafikstresstest.

Im Spiel BGMI fiel das Ergebnis derselben Redaktion differenzierter aus. Die erste halbe Stunde verlief weitgehend gleichmäßig; nach ungefähr 45 Minuten traten gelegentliche Bildrateneinbrüche und eine trägere Reaktion auf. The Week beobachtete bei anspruchsvollerem Spielen ebenfalls eine Drosselung, dort bereits innerhalb einer halben Stunde. India TV beschreibt dagegen eine unauffällige halbstündige Spielrunde und meldet für aufwendigere Titel stabilen Betrieb bei niedrigeren Grafikeinstellungen.

Diese Beobachtungen widersprechen dem stabilen Grafikbenchmark nicht automatisch. Ein bestimmter Testdurchlauf und eine längere Spielrunde sind verschiedene Belastungen. Das X8 Power kann einen Ablauf gleichmäßig erledigen und bei einem anderen später langsamer werden. Aus der Akkugröße folgt deshalb keine Garantie für durchgehend gleichbleibende Spielleistung. Für lange Sitzungen ist der beobachtete Verlauf aussagekräftiger als das Stabilitätsergebnis allein.

Die Vorinstallation bleibt im Alltag spürbar

Bei der Software ergänzen die Tests einen Punkt, der in einer Updatezusage nicht vorkommt. The Hindu beschreibt unnötige vorinstallierte Apps als störenden Ballast. Zugleich erledigte das Gerät dort alltägliche Aufgaben wie Surfen, Streaming und den Wechsel zwischen Anwendungen ordentlich. Die Kritik richtet sich damit gegen die Einrichtung ab Werk, ohne die gesamte Bedienung als langsam darzustellen.

India TV zählte auf seinem Testgerät 35 vorinstallierte Drittanbieter-Apps. Die Zahl gehört zu dieser getesteten Ausstattung; sie ist keine Zusage darüber, was eine mögliche andere Regionalfassung enthält. Gerade die lange Nutzung abseits der Steckdose macht die Software nicht nebensächlich: Nachrichten, Anwendungen und die Einrichtung begleiten das Gerät auch dann, wenn der Akku noch reichlich Reserven hat.

MensXP beobachtete außerdem gelegentlich verspätete Benachrichtigungen bei gesperrtem Telefon. Der Tester vermutet dahinter eine strenge Verwaltung von Hintergrundprozessen, bezeichnet das aber als mögliche Erklärung. Ein bestätigter Fehler aller X8 Power ist das nicht. Für die Einordnung bleibt die Beobachtung dennoch relevant: Eine lange Laufzeit und das rechtzeitige Eintreffen einer Nachricht sind verschiedene Eigenschaften. Die günstige Erfahrung mit der einen beantwortet die Frage nach der anderen nicht.

Die zusätzlichen Tests verschieben damit den Blick auf das X8 Power. Zur bereits bekannten Ausdauer kommen konkrete Einschränkungen: Die veröffentlichten Ladezeiten ergeben keine einheitliche Erwartung, längeres Spielen kann langsamer werden, und die Vorinstallation verlangt Aufmerksamkeit. Das sind nachvollziehbare Alltagserfahrungen mit den getesteten Geräten. Sie ersetzen weder einen österreichischen Angebotspreis noch einen Test einer hier verkauften Ausführung.

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