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Oura Ring 5: vierzig Prozent dünner, und der Akku hält länger
Oura hat den Ring 5 spürbar verschlankt und die Laufzeit verlängert – darin sind sich pcmag, Esquire und TechCrunch nach Wochen am Finger einig. Ein Test von Tech Times zeigt zugleich, wo die Bauform an ihre Grenze stößt: Live-Herzfrequenz beim Laufen kann dieser Ring nicht.
Am Finger kaum noch zu spüren
Die auffälligste Änderung ist keine Funktion, sondern die Bauhöhe. Esquire beziffert sie: Der Ring 5 sei „40 percent slimmer than the previous generation“, und der Autor hält weitere Verkleinerung für kaum sinnvoll. pcmag beschreibt denselben Eindruck aus der Tragepraxis – der Ring fühle sich „weightless on the finger“ an, mit einem dünneren und eleganteren Rahmen als beim Vorgänger. TechCrunch war nach eigenen Worten überrascht, wie deutlich kleiner und leichter der neue Ring ausfällt.
Für ein Gerät, das rund um die Uhr getragen werden soll, ist das der entscheidende Punkt. pcmag schreibt, der Ring sehe auf den ersten Blick aus wie gewöhnlicher Schmuck, und nennt als sichtbare Technik nur die roten und grünen Leuchtdioden an der Innenseite. Die Irish Times kommt in ihrem Test zum selben Bild, stellt dem verbesserten Tragegefühl aber den Preis gegenüber.
Wie weit dieser Eindruck trägt, zeigt eine Randbemerkung bei Esquire: Der Autor erwägt, den Ring als Ehering zu tragen. Das ist keine Messung, aber es beschreibt genau die Hürde, an der Smartringe bisher scheitern – wer ein Gerät ständig am Finger hat, verzeiht ihm keine sichtbare Technik. Ein Datenblattwert, der das abbildet, existiert nicht; die Berichte sind hier die einzige Quelle.
Drei Tage mehr, je nach Nutzung
Beim Akku gehen die Messungen auseinander, und zwar nachvollziehbar. pcmag hat im eigenen Test drei zusätzliche Tage gegenüber dem Vorgänger herausgeholt. Esquire kommt auf bis zu neun Tage. 9to5Google, das vor dem Verkaufsstart die Herstellerangaben ausgewertet hat, liest darin ein Versprechen von einer Woche und hält dagegen, dass der Ring 4 in der Praxis fünf bis sechs Tage ohne Ladegerät durchhielt.
Der Unterschied zwischen sieben und neun Tagen erklärt sich über die Messhäufigkeit: Wer Trainings aufzeichnet, lädt früher. Als gesichert lässt sich aus den drei Quellen ableiten, dass der Ring 5 länger durchhält als der Ring 4 – ein Wert, auf den sich alle festlegen würden, steht nicht in den Berichten.
Bemerkenswert ist die Richtung. Der Ring ist dünner geworden und hält trotzdem länger durch, obwohl weniger Platz für eine Zelle bleibt. Welche Rolle dabei ein sparsamerer Sensorbetrieb spielt und welche eine neue Zelle, geht aus keinem der Tests hervor; gemessen wurde das Ergebnis, nicht der Weg dorthin.
Bis hundert Meter, mit neuer Beschichtung
Die Wasserfestigkeit nennen zwei Redaktionen unabhängig voneinander. pcmag führt eine IP68-Einstufung an und schreibt, der Ring sei bis 328 Fuß wasserdicht; Healthline nennt dieselbe Tiefe in metrischer Form, nämlich 100 Meter. Für Schwimmen, Duschen und Sauna heißt das, dass das Gerät am Finger bleiben kann – anders als bei vielen Fitnessarmbändern, die nur Spritzwasser vertragen.
Neu ist außerdem die Oberfläche. TechCrunch gibt Ouras Begründung wieder: Ein Beschichtungsverfahren per physikalischer Gasphasenabscheidung soll dafür sorgen, dass der Ring länger aussieht wie am ersten Tag. Das ist eine Herstellerangabe, kein Messwert – wie sich die Beschichtung nach einem Jahr an einer Hand schlägt, hat noch niemand geprüft.
Wo die Bauform an die Grenze stößt
Den ehrlichsten Blick auf die Schwächen liefert Tech Times, das die neue Live-Aufzeichnung von Trainings gegen eine Garmin-Uhr gestellt hat. Bei der Distanz hält der Ring mit, bei der Herzfrequenz nicht. Der Grund ist die Bauform selbst: Der Ring hat kein eigenes Satellitensignal. Auf die Frage „Does the Oura Ring 5 have built-in GPS?“ antwortet der Test mit einem klaren Nein; die Standortberechnung läuft über das Telefon.
Damit nicht genug: Wer die Herzfrequenz während des Laufens live auf dem Bildschirm sehen will, braucht laut Tech Times einen separaten Bluetooth-Brustgurt. Die Redaktion hält ausdrücklich fest, dass sich das nicht durch eine Aktualisierung beheben lässt, sondern eine grundlegende Beschränkung der Bauform sei – und dass jeder Smartring auf dem Markt an dieselbe Decke stößt. Zum Vergleich führt der Test den Garmin Forerunner 170 an, der eigenständiges Satellitensignal und eine automatische Pause mitbringt. Die Live-Aufzeichnung selbst ist nach dieser Einschätzung ohnehin mehr eine Software- als eine Hardwareneuerung.
Teurer, und das Abo bleibt
Beim Preis hat 9to5Google die europäische Liste mit der des Vorgängers verglichen und spricht von „an increase of €30 in Europe“. Am Abonnement ändert sich nichts – dieselbe Auswertung nennt weiterhin sechs Dollar im Monat für die Auswertung der Daten in der App. Wer den Ring kauft, zahlt also zweimal, und die laufenden Kosten ziehen sich über die ganze Nutzungsdauer. Für den österreichischen Markt hat keine der ausgewerteten Redaktionen einen eigenen Listenpreis genannt.
Die Irish Times zieht daraus das nüchternste Fazit der ausgewerteten Tests: Die bessere Laufzeit und der höhere Tragekomfort müssten gegen den hohen Preis abgewogen werden. Eine Funktion, die sich mit dem Abonnement rechtfertigen lässt, hebt Healthline hervor: Der Ring 5 liefert eigene Auswertungen für Menschen, die GLP-1-Medikamente zur Gewichtsregulierung oder bei Typ-2-Diabetes einnehmen. Das ist eine Zielgruppe, die bisher kein Wearable ausdrücklich adressiert hat.
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- Oura Ring 5 · Technische Daten · ab € 453