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Nothing Phone (4a) Pro: Was die Alltagstests über Kamera und Kompromisse zeigen
Metallgehäuse, Telekamera und eine sorgfältig gestaltete Oberfläche treffen auf wechselnde Laufzeiteindrücke und fehlendes kabelloses Laden. Fünf Quellen ordnen die Stärken und Grenzen ein.
Das Nothing Phone (4a) Pro verbindet ein Metallgehäuse mit einer auffälligen Rückseite und einer Telekamera. Eigene Tests von dpa, TechPP, Droid Life und futurezone zeigen, wo dieser Ansatz im Alltag trägt und welche Kompromisse bleiben.
Metall zum Anfassen, empfindliche Kamerahaube
Der Aluminiumkörper prägt den Eindruck stärker als die früher für Nothing typische transparente Rückseite. Bei futurezone gefielen im März die Verarbeitung und das abgestimmte Erscheinungsbild. Der ausführliche Droid-Life-Test beschreibt eine griffige matte Oberfläche und eine angenehme Balance. Das große Gehäuse bleibt dennoch ein Thema: Die dpa empfand das Telefon als recht schwer, TechPP sah Grenzen bei der Bedienung mit einer Hand. Ein guter Griff macht aus diesem Modell kein kleines Smartphone.
Die Materialwahl schützt außerdem nicht jeden Teil gleich gut. Notebookcheck berichtet über den Belastungstest von JerryRigEverything, nicht über einen eigenen Labortest: Der Körper widerstand dem Biegen, die transparente Kunststoffabdeckung des Kamerabereichs erwies sich dagegen als leicht verkratzbar. Erwähnt wird auch eine Mikrofonöffnung neben dem SIM-Schacht, deren Dichtung durch versehentliches Einstechen beschädigt werden kann. Beim Öffnen des Kartenfachs lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die richtige Öffnung. Das Metallgefühl allein sagt wenig über die Widerstandsfähigkeit der Kamerahaube aus.
Die Telekamera hilft, die Nachbearbeitung bremst
Der optische Zoom ist ein greifbarer Unterschied zu Smartphones, die Ausschnitte allein aus der Hauptkamera vergrößern. Futurezone beschreibt im eigenen Test einen 3,5-fachen optischen Zoom und gute Tageslichtbilder mit allen Kameras. Auch die dpa hebt die scharfen und überwiegend natürlichen Ergebnisse hervor. Wer entfernte Details aufnehmen möchte, bekommt damit einen nachvollziehbaren Nutzen statt bloß einer großen digitalen Zoomzahl.
Die Grenzen liegen sowohl im Licht als auch im Ablauf. Bei der dpa verzögerten sich gelegentlich der Kamerawechsel und die Nachbearbeitung. TechPP bemerkte vor allem bei wenig Licht wechselnde Farbtöne zwischen den Kameras. Futurezone sah bei Nacht die Hauptkamera vor Weitwinkel und Tele. Droid Life gefielen dagegen gerade die teils kräftigen Farben, auch wenn sie nicht immer natürlich ausfielen. Diese Eindrücke sind keine einheitliche Labormessung: Motiv, Licht und gewünschte Bildwirkung unterscheiden sich. Für spontane Aufnahmen bleiben die beschriebenen Verarbeitungspausen praktisch bedeutsamer als eine möglichst hohe digitale Vergrößerung.
Die Oberfläche überzeugt mehr als die KI-Zugaben
Beim System treffen die Tests einen ähnlichen Ton. Droid Life lobt die vertrauten Android-Abläufe und die sorgfältig gestalteten Widgets. Futurezone gefallen die monochromen Symbole, Schriften und Bedienelemente. Die dpa beschreibt Nothing OS als aufgeräumt und flüssig. Das ist vor allem für Menschen interessant, die viel Zeit auf dem Startbildschirm und in Benachrichtigungen verbringen: Hier wird die Gestaltung täglich sichtbar, während eine zusätzliche Spezialfunktion leicht ungenutzt bleibt.
Weniger eindeutig fällt der Nutzen der KI-Werkzeuge aus. TechPP nennt bei Essential Space eine Lernkurve und begrenzten Mehrwert. Futurezone beschreibt die Essential-Taste als Zugang zum Sammeln von Screenshots, Notizen und Sprachaufnahmen, kritisiert aber das Entfernen störender Personen im Fotoeditor. Die rückseitige Glyph-Anzeige kann laut beiden deutschsprachigen Tests Anrufe oder Nachrichten kenntlich machen. Sie ergänzt den Umgang mit dem Telefon; ob diese Signale die eigene Routine erleichtern, hängt davon ab, wie häufig es mit der Rückseite nach oben liegt. Der visuelle Reiz ersetzt keine regelmäßig genutzte Funktion.
Flüssiger Alltag bedeutet keine durchgehend ruhigen Spiele
Die positiven Eindrücke von der Oberfläche lassen sich nicht auf jedes Spiel übertragen. Im Droid-Life-Alltag liefen Browser, Messenger und soziale Apps problemlos. In Pokémon GO und Pokémon TCG Pocket beobachtete die Redaktion jedoch stockende Animationen und verzögerte Reaktionen. TechPP beschreibt seinerseits eine bessere Spielbedienung als beim einfachen Schwestermodell und ein vergleichsweise kühles Gehäuse, rät bei anspruchsvolleren Spielen aber zu reduzierten Grafikdetails. Die Beobachtungen betreffen unterschiedliche Spiele und lassen sich deshalb nicht zu einer festen Leistungszahl verrechnen.
Für die Einordnung zählt der tatsächliche Einsatz: Viel Lesen, Schreiben und Wechseln zwischen gewöhnlichen Apps ist etwas anderes als eine längere Spielrunde mit hoher Grafiklast. Wer hauptsächlich solche Apps nutzt, findet in den Tests wenig Anlass für grundsätzliche Leistungsbedenken. Wer wegen eines bestimmten Spiels wechselt, sollte dessen Verhalten gezielt prüfen. Eine flüssige Animation in der Systemoberfläche beantwortet diese Frage ebenso wenig wie die bloße Bezeichnung des Prozessors.
Beim Akku Region und Gewohnheiten auseinanderhalten
Die Laufzeiteindrücke unterscheiden sich merklich. Die dpa kam im Alltag gerade über den Tag. Droid Life beendete seine üblichen Nutzungstage mit deutlicher Restladung. Futurezone beschreibt einen problemlosen Tag bei moderater Bildschirmzeit und ohne dauernd hohe Rechenlast. Daraus entsteht keine garantierte Tagesreserve für alle: Helligkeit, Funkverbindung und Anwendungen verändern den Verbrauch. Gemeinsam ist den Tests die Einschränkung beim Laden: Eine kabellose Lademöglichkeit fehlt. Wer bereits Ladeflächen am Schreibtisch oder Bett nutzt, muss hier regelmäßig zum Kabel greifen.
Die regionale Fassung ist besonders wichtig. Futurezone nennt 5.080 mAh, während TechPP ein indisches Gerät mit 5.400 mAh testete. Dessen Ladezeiten oder Kapazität dürfen deshalb nicht einfach als österreichischer Messwert erscheinen. Auch die Softwareangaben sind zeitlich gebunden: Die Märztests nennen Android 16 mit Nothing OS 4.1; sie belegen keinen aktuellen Updatezustand im Oktober. Das dort beschriebene Versprechen von drei Jahren Android- und sechs Jahren Sicherheitsupdates ist eine Herstellerzusage, kein bereits eingelöster Test. Für eine längerfristige Nutzung gehört diese Zusage neben den fehlenden kabellosen Ladeweg und die eigenen Kamera- und Spielgewohnheiten in die Abwägung.
Geräte in diesem Artikel
- Nothing Phone (4a) Pro · Technische Daten · ab € 549