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Huawei Watch D3: Eine Blutdruckmanschette, die ins Armband passt
Die Watch D3 misst den Blutdruck nicht optisch, sondern mit einer Manschette, die sich im Armband aufbläst – zertifiziert auch für die 24-Stunden-Messung. Elf Redaktionen haben sie ausprobiert; beim Akku widersprechen sie sich.
Eine Manschette im Armband
Fast alle Uhren, die Blutdruck versprechen, schätzen ihn: Sie leiten ihn aus dem optischen Pulssignal ab. Die Watch D3 tut etwas anderes. focus.de beschreibt es so: „Statt den Blutdruck ausschließlich über optische Sensoren abzuleiten, arbeitet sie mit einer aufblasbaren Manschette und dem oszillometrischen Messverfahren." Das ist dasselbe Verfahren wie bei dem Gerät, das in der Arztpraxis am Oberarm sitzt – nur dass die Manschette hier im Armband steckt.
Technisch steckt dahinter laut inside-digital „ein mechanischer Airbag im Armband, der sich per Mikropumpe aufbläst". Dazu kommt ein Drucksensor. Entscheidend für die Einordnung ist das, was danach folgt: Die Uhr ist nach Angaben derselben Redaktion „CE-zertifiziert sowohl für die Ruhemessung als auch für die ambulante 24-Stunden-Langzeitmessung (ABPM)". Die 24-Stunden-Messung ist das, wofür Ärztinnen und Ärzte sonst ein eigenes Gerät mitgeben.
sudinfo.be hat die Uhr ausprobiert und hält fest: „ce n'est pas une fonction gadget" – keine Spielerei. Auch für benchmark.pl ist die Manschette der größte Vorzug der Uhr, auffällig breit zwar, aber eben kein optischer Schätzwert.
Knapp eine Minute, auch nachts
Eine Messung dauert nach Beobachtung von inside-digital knapp eine Minute: Manschette aufpumpen, ablesen, fertig. sportsillustrated.de vergleicht die Handhabung mit dem Oberarmgerät: „Der Messvorgang ist deutlich angenehmer als mit einer Oberarmmanschette: Arm anwinkeln, Messung starten, fertig."
Für die Langzeitmessung lässt sich die Uhr automatisch alle 15 bis 20 Minuten messen lassen. computerbase.de nennt dazu die nächtliche Messung, und benchmark.pl hält fest, dass die Mikropumpe im Armband dabei völlig geräuschlos arbeitet – was den Unterschied macht, wenn das Gerät eine Nacht lang alle 20 Minuten anspringt. Wer gezielt nachsehen will, bekommt von focus.de noch den Hinweis auf Messungen vor und nach dem Sport.
Über den Blutdruck hinaus erfasst die Uhr Herzfrequenz, Schlaf, Stress und Hauttemperatur. Ein EKG ist an Bord; heise.de merkt dazu an: „ein leicht angefeuchteter Finger verbessert die Leitfähigkeit spürbar." Die Pulswellenanalyse sucht zusätzlich nach Rhythmusstörungen, und die Uhr erkennt laut heise.de Hinweise auf arterielle Steifigkeit – „hier allerdings ohne Zertifizierung". Der Unterschied zur Blutdruckmessung ist damit klar benannt: Das eine ist geprüft, das andere ein Hinweis.
Sechs Tage, nicht einundzwanzig
Beim Akku gehen die Angaben auseinander, und zwar deutlich. computerbase.de schreibt: „Die Akkulaufzeit der Watch D3 gibt Huawei mit bis zu 6 Tagen an." inside-digital nennt dagegen einen „540-mAh-Akku", der „bei normaler Nutzung bis zu 21 Tage durch" hält – räumt aber im selben Text ein, im Alltag mit regelmäßiger Blutdruckmessung seien es „realistisch bis zu sechs Tage".
Damit ist die Sache einzuordnen: Sechs Tage sind die Angabe des Herstellers und zugleich der Erfahrungswert mit eingeschalteter Messung. Die 21 Tage stehen für einen Betrieb, in dem die Pumpe praktisch nie anspringt – also ohne das, wofür man diese Uhr kauft. Auf unserer Geräteseite steht deshalb die Herstellerangabe von sechs Tagen. Nachgeladen ist sie nach rund einer Stunde am Ladepad.
Heller Bildschirm, wenige Apps
Der Bildschirm ist gewachsen: 1,92 Zoll, beim Vorgänger Watch D2 waren es 1,82, meldet gsmmaniak.pl. heise.de bestätigt die Diagonale. benchmark.pl beschreibt ihn als sehr hell mit bis zu 3000 Nits – wobei gsmmaniak.pl im selben Atemzug einordnet, dass der Hersteller die doppelte Spitzenhelligkeit angibt, dieser Wert aber nicht die konstante Helligkeit des ganzen Bildschirms beschreibt. Das ist eine nützliche Unterscheidung: Spitzenhelligkeit gilt für einen kleinen Bildausschnitt und für kurze Zeit.
Dünner geworden ist sie auch. benchmark.pl nennt ein Aluminiumgehäuse mit 11,3 Millimetern, inside-digital spricht von 11,4 Millimetern Bauhöhe bei 40 Gramm Gewicht. Für eine Uhr mit eingebauter Pumpe ist das wenig; gsmmaniak.pl hält fest, dass die D3 dünner ist als die D2, obwohl das Gehäuse weiterhin etwa 40 Gramm wiegt.
Wofür man sie nicht kaufen sollte, sagt heise.de in einem Satz: „smarte Funktionen und Apps bietet die Uhr kaum." Die Sportfunktionen nennt dieselbe Redaktion ausgereift. Eine Uhr für Benachrichtigungen, Bezahlen und App-Spielereien ist die D3 nicht.
Was sie kostet
449 Euro nennen computerbase.de und heise.de übereinstimmend als Preisempfehlung. heise.de ordnet das als deutlich höher ein als bei den Vorgängern. Das ist der Preis für ein Messgerät, das man anziehen kann. Der Vergleich, der sich aufdrängt, ist deshalb nicht die nächste Sportuhr, sondern ein Blutdruckmessgerät für den Oberarm plus eine Uhr.
Was auf unserer Geräteseite mit Beleg steht, rundet das Bild ab: 40 Gramm, ein Gehäuse von 46,5 auf 41 Millimeter, ein AMOLED-Bildschirm mit 480 auf 408 Punkten, Bluetooth 6.0, NFC und kabelloses Laden. Dazu die Sensoren, die Huawei verbaut: Beschleunigung, Umgebungslicht, Luftdruck, Kompass, Gyroskop, Temperatur und das EKG. Vorgestellt wurde die Uhr im September 2026.
Für wen taugt sie? Für Menschen, die ihren Blutdruck im Blick behalten sollen und das nicht mit einem zweiten Gerät in der Tasche tun wollen. Wer eine Uhr für Apps und Benachrichtigungen sucht, ist hier falsch – das sagen die Tests einhellig, und die Uhr macht daraus kein Geheimnis.
Die belegten Daten zum Gerät stehen auf der Geräteseite:
Geräte in diesem Artikel
- HUAWEI WATCH D3 · Technische Daten · ab € 434