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Magic 9 Pro Max: Drei Akkugrößen in drei Berichten
Neun Tage nach unserer ersten Vorschau nennen drei Redaktionen drei verschiedene Akkukapazitaeten – und zwei ordnen die beiden 200-Megapixel-Kameras verschieden zu. Geordnet, aber nicht geprueft.
Vorschau auf ein Gerät, das noch nicht erschienen ist. Die Angaben stammen aus Leaks, Zulassungsdatenbanken und Vorabmeldungen. Geprüft ist davon nichts, und auf unseren Geräteseiten steht keine dieser Zahlen. Wir nennen zu jeder Angabe, woher sie kommt.
Über das HONOR Magic 9 Pro Max haben wir am 29. September geschrieben – damals ging es um
die zweimal 200 Megapixel, den ARRI-Namen und einen Bildschirmrand von 0,98 Millimetern.
Seither sind weitere Berichte dazugekommen, und mit ihnen ein Widerspruch, der sich nicht
wegsortieren lässt: Drei Redaktionen nennen drei verschiedene Akkukapazitäten.
8.000, 8.800 oder 11.000 mAh
- Gagadget:
„an 8,000 mAh silicon-carbon battery“ - Nerdsheaven: „8.800 mAh und Snapdragon
8 Elite Extreme Gen 6“ - Schmidtisblog:
„Der Akku wächst auf 8.800 mAh bei 100 Watt kabelgebundener Ladeleistung.“
Zwei von drei stehen bei 8.800 mAh. Das wäre eine Mehrheit, aber keine Bestätigung – beide
könnten aus derselben Leak-Quelle schöpfen, und 800 mAh Unterschied zu Gagadget sind kein
Rundungsfehler, sondern ein anderer Akku.
Die dritte Zahl steht im selben Schmidtisblog-Text, nur in einem anderen Satz: „Das Gerät
kombiniert ein 6,81-Zoll-Display mit einem gigantischen 11.000-mAh-Akku und aktiver
Lüfterkühlung.“ Ein Telefon mit Lüfter ist kein Spitzenmodell einer Magic-Reihe, sondern
typischerweise ein Spielgerät – und derselbe Text nennt für den Magic 9 Pro Max ja 8.800 mAh.
Die 11.000 gehören mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einem anderen Gerät. Wir führen sie
hier auf, weil sie in den Berichten steht, nicht weil wir sie glauben.
Zum Laden nennt TechCabal
zusätzlich „80W wireless charging“; die 100 Watt am Kabel bestätigt Schmidtisblog.
Welcher der beiden 200er sitzt wo?
Dass zwei Kameras mit 200 Megapixeln verbaut sein sollen, war schon im September die
auffälligste Ansage. Neu ist, dass die Berichte sie verschieden zuordnen.
Nerdsheaven schreibt: „Die Hauptkamera löst mit 200 Megapixeln bei Blende f/1.57 auf und
besitzt optische Bildstabilisierung“, dazu ein „200 Megapixel Periskop-Teleobjektiv mit
3,5-fachem optischem und bis zu 200-fachem digitalem Zoom“ und „eine 50 Megapixel
Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus“.
Beebom ordnet dieselben Zahlen
anders: „200 MP main camera, a 50 MP telephoto camera, a 200 MP ultrawide camera“.
Zwei 200er und eine 50er – darin stimmen beide überein. Ob der zweite 200er am Teleobjektiv
oder am Weitwinkel sitzt, macht für den Gebrauch den ganzen Unterschied: Ein
200-Megapixel-Periskop wäre die weit auffälligere Ansage, ein 200-Megapixel-Weitwinkel die
ungewöhnlichere. Beides zugleich kann nicht stimmen.
Was ARRI konkret bedeuten soll
Im September stand nur der Name. Jetzt gibt es Angaben dazu, was er technisch bedeutet.
Gadget Hacks
nennt Unterstützung für „ARRI LogC3 color profiles and 10-bit 4:2:2 APV video recording“,
Nerdsheaven ergänzt „ARRI LogC3 und 14 Look LUTs“.
Das ist mehr als ein Logo. Ein Log-Profil speichert einen flachen, kontrastarmen Bildeindruck,
aus dem sich in der Nachbearbeitung mehr herausholen lässt als aus einem fertig entwickelten
Video – und LogC3 ist das Profil, das in ARRIs Kinokameras steckt. Material aus dem Telefon
ließe sich damit ohne Umweg neben Aufnahmen einer großen Kamera schneiden. 10 Bit und 4:2:2
sagen, wie viele Farbabstufungen dabei übrig bleiben.
Zur Stabilisierung schreibt Gadget Hacks, die Hauptkamera nutze „three-degree mechanical
gimbal stabilization rated CIPA 8.0“, und das System prüfe „for movement up to 1,000 times
per second“. CIPA ist der japanische Verband, dessen Prüfverfahren Bildstabilisierung in
Stufen angibt; „8.0“ wäre demnach ein hoher Wert, und „mechanical gimbal“ heißt, dass sich
das Bauteil selbst bewegt und nicht nur der Bildausschnitt wandert. Nachprüfen lässt sich das
erst am Gerät – eine Norm im Datenblatt ist keine Messung.
Dieselbe Quelle nennt Beispielaufnahmen „captured at 85mm, 500mm, and 1,000mm“. Die 85 mm
passen zu einem Teleobjektiv, die 1.000 mm wären bei 3,5-fachem optischem Zoom digital
gerechnet – also kein Beweis für ein Objektiv, sondern für eine Rechenleistung. Was dabei an
Bildqualität übrig bleibt, zeigt kein Datenblatt.
Der Bildschirm wird genauer
Im September hieß es „6.8-inch“. TechCabal nennt jetzt Zahlen: „6.8-inch LTPO OLED,
1,320 x 2,868 pixels, 1Hz to 120Hz“. Beebom bestätigt die Diagonale und die Bildrate mit
„6.8-inch 2K OLED display with a 120 Hz refresh rate“ – 2K und 1.320 × 2.868 sind dieselbe
Auflösung. LTPO erklärt, wie die Bildrate bis auf 1 Hz heruntergehen kann; das spart Strom
bei einer stehenden Anzeige.
Maße und Gewicht stehen erstmals da, allerdings nur bei Nerdsheaven: „bringt das Gehäuse
161,64 mm Länge, 76,98 mm Breite und 8,59 mm Dicke mit“ bei „einem Gewicht von rund 233
Gramm“. Zahlen auf zwei Stellen hinter dem Komma deuten auf ein Zulassungsdokument hin –
belastbarer als eine Schätzung, aber von einer einzigen Quelle.
Der Termin ist verstrichen
Gadget Hacks schreibt, „HONOR has confirmed a September launch window for the Magic 9 series“.
Dieser Monat ist vorbei. In Österreich ist das Gerät nicht zu kaufen, und für die Magic-Reihe
ist das der übliche Weg: erst China, dann Monate später eine Auswahl für Europa. Welche
Modelle der Reihe nach Europa kommen, sagt keiner der zehn Berichte.
Was davon gilt
Nichts davon ist von uns geprüft. Es sind Angaben aus Berichten über ein Gerät, das wir nicht
in der Hand hatten und das hier nicht verkauft wird. Was sich bestätigt, steht später im
Datenblatt mit Beleg und Abrufdatum; was sich nicht bestätigt, verschwindet. Dass sich neun
Tage nach unserer ersten Vorschau drei Akkugrößen und zwei Kameraanordnungen widersprechen,
ist dafür die beste Warnung – und der Grund, warum in unserem Datenblatt zu diesem Gerät
bisher keine dieser Zahlen steht.