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Google Pixel 11 Pro im Test: sehr gut, und fast dasselbe wie im Vorjahr
Zehn Redaktionen haben das Pixel 11 Pro getestet und loben Kamera, Display und Verarbeitung. Auffällig ist etwas anderes: Mehrere von ihnen finden kaum noch einen Grund, vom Vorgänger oder vom günstigeren Pixel 11 zu wechseln.
Die Tester sind sich einig, und ein wenig gelangweilt
Der Kurier fasst die neuen Google-Geräte mit edler Optik und leistungsstarker Kamera zusammen. Das ist das freundliche Ende der Bandbreite.
Am anderen Ende steht digitec mit dem Befund, das Pixel 11 Pro zeige im Test kaum Vorteile gegenüber dem einfachen Pixel 11. Noch deutlicher wird Gürteltier: Jedes Jahr komme man zu erstaunlich ähnlichen Ergebnissen, die Verbesserungen seien vorhanden, veränderten das Nutzungserlebnis aber nicht grundlegend. Dieselbe Redaktion hält im selben Atemzug fest, dass sich Display, Kamera, Software, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit durchgehend auf sehr hohem Niveau bewegen.
Das ist kein Widerspruch, sondern die Lage: Ein sehr gutes Telefon, das dem sehr guten Telefon des Vorjahres ähnelt.
Das Display, und was vorab falsch kolportiert wurde
MediaMarkt listet die gemessenen Eckdaten: 6,3 Zoll, 2.856 × 1.280 Bildpunkte, LTPO-OLED, 120 Hertz, 3.600 Nits. Sparhandy kommt auf dieselbe Auflösung und rechnet 495 Bildpunkte je Zoll vor.
Interessant ist, wie weit die Berichte vor dem Verkaufsstart danebenlagen. digit.in meldete eine adaptive Bildwiederholrate bis 144 Hertz, Livemint ein 6,7-Zoll-Display. Beides stammte aus durchgesickerten Bildern und hat sich nicht bestätigt.
Einen handfesten Kritikpunkt nennt die bei Geizhals zitierte Bewertung: eine schlechte PWM-Rate des Displays. Das betrifft Menschen, die auf die Helligkeitssteuerung empfindlich reagieren, und steht in kaum einem anderen Test.
Die Kamera bleibt das Argument
Hier fällt das Urteil einhellig aus. Business Insider beschreibt konkret, was die neue Zoom-Kamera leistet: Videoaufnahmen aus der letzten Reihe einer Kirche, die die Redaktion überzeugt haben. MediaMarkt hebt die ausgereifte Bildsoftware hervor, Sparhandy den 120-fachen Pro-Zoom als Spezialfunktion.
Die bei Geizhals zitierte Bewertung nennt die Verbesserungen an der Kamerahardware gegenüber dem Pixel 10 Pro deutlich und die Funktion Magic Capture eine der besten Kameraerfahrungen. Sie schiebt aber einen Einwand nach: Die Fotografie sei insgesamt gut, Google hätte das Kamerasystem jedoch mit mehr Bildpunkten erneuern sollen.
Der Chip ist der Schwachpunkt
Beim Prozessor hört das Lob auf. Die bei Geizhals zitierte Bewertung spricht von bescheidener Chipgeschwindigkeit. TechnikNews formuliert es im Test des größeren Pixel 11 Pro XL noch schärfer: Der Prozessor sei schlicht nicht das, was man in dieser Preisklasse erwarten sollte. Und weiter: Im Alltag merke man es nicht, auf der Rechnung schon.
Dem gegenüber steht Googles eigene Angabe, die Sparhandy wiedergibt: Der Tensor G6 biete bis zu 50 Prozent mehr Rechenleistung der KI-Einheit als sein Vorgänger. Das ist eine Herstellerangabe und bezieht sich auf einen Teilbereich, nicht auf die allgemeine Geschwindigkeit.
Akku und Laden
Sparhandy hat im Praxistest auch an intensiveren Tagen mit Kameranutzung, Streaming und Navigation durchgehalten und nennt dazu 4.850 mAh. Die Vorabberichte von digit.in sprachen von rund 4.707 mAh; welcher Wert für die verkaufte Fassung gilt, ist nicht geklärt.
Beim Laden ist die Lage eindeutiger und weniger erfreulich. MediaMarkt hält als Schwäche fest, dass nur mit 30 Watt geladen wird. Kabellos sind es laut Sparhandy bis zu 25 Watt über Pixelsnap. TechnikNews nennt das magnetische Laden einen echten Komfortgewinn, was die geringe Leistung etwas erträglicher macht.
Sieben Jahre Updates gegen hundert Dollar Aufschlag
Das stärkste Argument liegt in der Software. MediaMarkt und TechnikNews nennen beide sieben Jahre Software- und Sicherheitsaktualisierungen, TechnikNews mit dem Zusatz, das schlage kaum jemand. MediaMarkt hebt außerdem hervor, dass Google beim unveränderten Android bleibt, ohne eigene Oberfläche darüber.
Dem steht der Preis gegenüber. Die bei Geizhals zitierte Bewertung nennt eine Erhöhung um über hundert Dollar in diesem Jahr und sieht dadurch das Verhältnis verschlechtert. digit.in führt steigende Speicherkosten als Grund für Preiserhöhungen über die ganze Pixel-11-Reihe an. Business Insider hält trotzdem dagegen und schreibt, das Gerät sei die 200 Euro mehr wert.
Wer vom Pixel 10 Pro kommt, findet in diesen Tests wenig, was den Wechsel trägt. Wer von weiter her kommt, bekommt ein Telefon, an dem die Tester vor allem eines auszusetzen haben: dass es sie nicht überrascht.
Die Daten zum Gerät
Geräte in diesem Artikel
- Google Pixel 11 Pro · Technische Daten · ab € 899